Generation Zuvielgenerationsblabla

 

Wir sind alle Kinder unserer Zeit und natürlich beeinflusst wann, wie und wo wir aufgewachsen sind auch unser (Konsum-) Verhalten. Dies ist jedoch lange kein Grund, jeden Pfurz zum Generationenphänomen zu erheben. So geschehen unlängst in der Süddeutschen. In einem Artikel zum Thema „Anti-Aging-Creme? Wozu?“ erklärt uns ein männlicher Journalist nämlich, wieso wir Millenials uns angeblich nicht mehr für die – arme, arme – Kosmetikindustrie interessieren würden.

„Generation Zuvielgenerationsblabla.“

Stefanie Sargnagel – Fitness

Denn anstatt sich mit der einen oder anderen Kollegin der Altersklasse Millenial auszutauschen (die ja wohl in der Süddeutschen Redaktion zu finden sein sollten), bastelt sich der Herr abstruse Theorien zusammen. Da geht es etwa um die gelähmten Botoxminen unsere Mütter, unsere Sucht nach Chiasamen und unseren Ekel vor Lasagne und Kaffee mit Zucker. Mansplaining vom Feinsten!

Dabei wäre die Antwort doch so einfach: Wieso sollten sich gebildete junge Frauen eine Anti Aging Creme von L’Oreal ins Gesicht schmieren? Dafür sind wir doch viel zu aufgeklärt! Dass viele große Kosmetikmarken noch immer nicht auf Tierversuche verzichten und ihre Produkte eh hauptsächlich aus Erdöl und ähnlichem Shit herstellen, hat wohl jede halbwegs interessierte Frau schon mal mitbekommen. Wieso sollten wir solche Praktiken unterstützen und uns die Pampe auch noch ins Gesicht schmieren?

Dass die großen Konzerne sich nun über ausbleibende Kundschaft wundern, bedeutet jedoch nicht, dass wir Frauen heutzutage keine Kohle mehr in Kosmetik investieren. Ganz im Gegenteil! Statt zu L’Oreal oder Coty fließt unser Geld jetzt halt zu kleineren, unabhängigen Produzenten, die ihre Produkte im Idealfall selbst von Hand zusammenmischen und nur pflanzliche Inhaltsstoffe in Bioqualität verwenden. Oder zumindest zu Unternehmen, die uns genau diesen Eindruck vermitteln (Hallo Alverde…).

Am lebenden Exempel der älteren Generationen und deren Falten, Krähenfüßen und Krampfadern können wir außerdem täglich feststellen, dass die vermeintlichen Wundermittel nicht so wirklich halten, was sie versprechen. Das Altern können wir nicht aufhalten, die fragwürdigen Praktiken der Kosmetikriesen vielleicht schon. Und das ist völlig okay so.

Deshalb, lieber Jan Kedves: Beim nächsten Mal bitte einfach mal vorher nachfragen!

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